Geschichte

"Auch wenn Griechenland zerstört würde, so blieben übrig ein Olivenbaum, eine Weinrebe und ein Boot. Das ist genug, um das Land wieder aufzubauen."
Odysseas Elytis, griechischer Dichter und Nobelpreisträger

 

„Ich bin die Olive, die achtbare …“ schreibt unser aus Messolonghi stammende Literat, Kritiker, Dichter und Dramatiker Kostis Palamas über die „... verwöhnteste und von Gott gesegnete Tochter der Sonne ...“ in seinem ihr gewidmeten Gedicht: "die Olive".

Unzählige griechische Philosophen, Dichter, Literaten und Dramatiker; von Homer beginnend über Sophokles und Platon bis hin zum mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Dichter Odysseas Elytis oder auch Nikos Kazantzakis, der große Kreter und einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller (Alexis Zorbas) des letzten Jahrhunderts, ließen sich vom Olivenbaum inspirieren.
Auf alten Amphoren und Wandmalereien, auf neueren Kunstwerken und Gemälden ist der Olivenbaum, dessen Bearbeitung, dessen Früchte und deren Ernte auf verschiedene Art und Weise abgelichtet. Durch zahlreiche Rituale, Sprichwörter, Redewendungen und Volkslieder sind die Olive, der Olivenzweig und das Olivenöl traditionell eng mit dem griechischen Volk verbunden.

Der Legende nach und als Symbol des ewig fruchtbaren griechischen Bodens soll Pallas Athene, die Göttin der Reinheit und der Weisheit, den ersten Olivenbaum der Welt auf dem heiligen Felsen der Akropolis in Athen gepflanzt haben - wo später Perikles, der Athener Stratege, Staatsmann und Vater der Demokratie, den ihr gewidmeten Tempel Parthenon unter der künstlerischen bzw. bildhauerischen Oberleitung von Phidias, dem größten Bildhauer seinerzeit und nach dem Entwurf der Architekten Iktinos und Kallikrates, neu errichten ließ -.

Andere wiederum behaupten, die Göttin rammte ihre Lanze in den Boden und augenblicklich schoss ein herrlich blühender Baum heraus, dessen silbergrünes Blätterwerk auf alle dort Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ.

Bei den heiligen Olympischen Spielen, welche als Teil der Panhellenischen Spiele alle vier Jahre im heiligen Hain von Olympia in der Landschaft Elis im nordwestlichen Teil der Halbinsel Peloponnes zu Ehren des Göttervaters Zeus ausgetragen wurden und sogar kriegerische Auseinandersetzungen für die Zeit der Spiele ruhen ließen, wurden die Sieger mit dem Kotinos gekrönt.

Der Kotinos, der Kranz aus den Zweigen des sich in der südlichen Seite des Zeus-Tempels in Olympia befundenen Wildolivenbaumes, welcher, der Sage nach, von Herakles selbst nach Vollendung seiner zwölf Heldentaten gepflanzt worden war, symbolisierte als Zeichen des Sieges und des Friedens den ehrlichen, gerechten aber auch extrem harten Wettkampf und war zugleich die höchste Ehrung, nicht nur für den Sieger und dessen Familie, sondern auch für die Stadt, die ihn geboren hat.
Der mit dem Kotinos gekrönte Sieger kehrte triumphal in seine Stadt zurück; widmete der seiner Heimatstadt beschützenden Gottheit seinen Siegeskranz als Opfergabe, lebte fortan ehrenvoll und genoss diesen Ruhm bis an sein Lebensende. Ein Teil der Stadtmauer wurde symbolisch abgerissen, durch die dem Olympioniken, dem Sieger von Olympia, auf dessen Wagen feierlich Einlass gewährt wurde, denn eine Stadt, die einen Olympioniken geboren hat, braucht keine Mauern ...

Eins der sieben Weltwunder der Antike, die um das 5. Jahrhundert v. Chr. erbaute, über zwölf Meter große und hauptsächlich aus Elfenbein und Gold bestehende Zeus-Statue des großen Bildhauers Phidias in Olympia, zeigte den obersten olympischen Gott und Herrscher über Himmel und Menschen auf seinem Thron sitzend, mit einem Kranz aus Olivenzweigen auf dem Haupt, wie ihn auch die Sieger der Wettkämpfe trugen.

Den Olympischen Spielen ähnlich ging es bei den Panathenäen, dem Fest aller Athener, dem größten religiösen wie auch politischen Fest des antiken Athen zu, das zu Ehren der Namenspatronin und Schutzgöttin der Stadt gefeiert wurde. Bei diesen Wettkämpfen ging es zum einen um die Ehre des Sieges und zum anderen, und je nach Wettkampf, um die Anzahl der Preisamphoren der jeweiligen Disziplin, welche gefüllt waren mit dem geweihtesten aller Öle: dem Olivenöl.

Alte Inschriften der minoischen Kultur belegen, dass die Menschen damals, vor mehr als 3.500 Jahren, den Göttern ein mit Kräutern gewürztes und parfümiertes Olivenöl als Opfergabe darbrachten und bei Homer ist zu lesen, dass Aphrodite, die Liebesgöttin, den toten Hektor, den Sohn König Priamos von Troja, mit einem mit Rosenblättern aromatisierten Öl einrieb.

" Auch wenn Griechenland zerstört würde, so blieben übrig ein Olivenbaum, eine Weinrebe und ein Boot. Das ist genug, um das Land wieder aufzubauen. " Odysseas Elytis, griechischer... mehr erfahren »
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"Auch wenn Griechenland zerstört würde, so blieben übrig ein Olivenbaum, eine Weinrebe und ein Boot. Das ist genug, um das Land wieder aufzubauen."
Odysseas Elytis, griechischer Dichter und Nobelpreisträger

 

„Ich bin die Olive, die achtbare …“ schreibt unser aus Messolonghi stammende Literat, Kritiker, Dichter und Dramatiker Kostis Palamas über die „... verwöhnteste und von Gott gesegnete Tochter der Sonne ...“ in seinem ihr gewidmeten Gedicht: "die Olive".

Unzählige griechische Philosophen, Dichter, Literaten und Dramatiker; von Homer beginnend über Sophokles und Platon bis hin zum mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Dichter Odysseas Elytis oder auch Nikos Kazantzakis, der große Kreter und einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller (Alexis Zorbas) des letzten Jahrhunderts, ließen sich vom Olivenbaum inspirieren.
Auf alten Amphoren und Wandmalereien, auf neueren Kunstwerken und Gemälden ist der Olivenbaum, dessen Bearbeitung, dessen Früchte und deren Ernte auf verschiedene Art und Weise abgelichtet. Durch zahlreiche Rituale, Sprichwörter, Redewendungen und Volkslieder sind die Olive, der Olivenzweig und das Olivenöl traditionell eng mit dem griechischen Volk verbunden.

Der Legende nach und als Symbol des ewig fruchtbaren griechischen Bodens soll Pallas Athene, die Göttin der Reinheit und der Weisheit, den ersten Olivenbaum der Welt auf dem heiligen Felsen der Akropolis in Athen gepflanzt haben - wo später Perikles, der Athener Stratege, Staatsmann und Vater der Demokratie, den ihr gewidmeten Tempel Parthenon unter der künstlerischen bzw. bildhauerischen Oberleitung von Phidias, dem größten Bildhauer seinerzeit und nach dem Entwurf der Architekten Iktinos und Kallikrates, neu errichten ließ -.

Andere wiederum behaupten, die Göttin rammte ihre Lanze in den Boden und augenblicklich schoss ein herrlich blühender Baum heraus, dessen silbergrünes Blätterwerk auf alle dort Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ.

Bei den heiligen Olympischen Spielen, welche als Teil der Panhellenischen Spiele alle vier Jahre im heiligen Hain von Olympia in der Landschaft Elis im nordwestlichen Teil der Halbinsel Peloponnes zu Ehren des Göttervaters Zeus ausgetragen wurden und sogar kriegerische Auseinandersetzungen für die Zeit der Spiele ruhen ließen, wurden die Sieger mit dem Kotinos gekrönt.

Der Kotinos, der Kranz aus den Zweigen des sich in der südlichen Seite des Zeus-Tempels in Olympia befundenen Wildolivenbaumes, welcher, der Sage nach, von Herakles selbst nach Vollendung seiner zwölf Heldentaten gepflanzt worden war, symbolisierte als Zeichen des Sieges und des Friedens den ehrlichen, gerechten aber auch extrem harten Wettkampf und war zugleich die höchste Ehrung, nicht nur für den Sieger und dessen Familie, sondern auch für die Stadt, die ihn geboren hat.
Der mit dem Kotinos gekrönte Sieger kehrte triumphal in seine Stadt zurück; widmete der seiner Heimatstadt beschützenden Gottheit seinen Siegeskranz als Opfergabe, lebte fortan ehrenvoll und genoss diesen Ruhm bis an sein Lebensende. Ein Teil der Stadtmauer wurde symbolisch abgerissen, durch die dem Olympioniken, dem Sieger von Olympia, auf dessen Wagen feierlich Einlass gewährt wurde, denn eine Stadt, die einen Olympioniken geboren hat, braucht keine Mauern ...

Eins der sieben Weltwunder der Antike, die um das 5. Jahrhundert v. Chr. erbaute, über zwölf Meter große und hauptsächlich aus Elfenbein und Gold bestehende Zeus-Statue des großen Bildhauers Phidias in Olympia, zeigte den obersten olympischen Gott und Herrscher über Himmel und Menschen auf seinem Thron sitzend, mit einem Kranz aus Olivenzweigen auf dem Haupt, wie ihn auch die Sieger der Wettkämpfe trugen.

Den Olympischen Spielen ähnlich ging es bei den Panathenäen, dem Fest aller Athener, dem größten religiösen wie auch politischen Fest des antiken Athen zu, das zu Ehren der Namenspatronin und Schutzgöttin der Stadt gefeiert wurde. Bei diesen Wettkämpfen ging es zum einen um die Ehre des Sieges und zum anderen, und je nach Wettkampf, um die Anzahl der Preisamphoren der jeweiligen Disziplin, welche gefüllt waren mit dem geweihtesten aller Öle: dem Olivenöl.

Alte Inschriften der minoischen Kultur belegen, dass die Menschen damals, vor mehr als 3.500 Jahren, den Göttern ein mit Kräutern gewürztes und parfümiertes Olivenöl als Opfergabe darbrachten und bei Homer ist zu lesen, dass Aphrodite, die Liebesgöttin, den toten Hektor, den Sohn König Priamos von Troja, mit einem mit Rosenblättern aromatisierten Öl einrieb.

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